Nah am Wohnort lernen
durch Kooperationsschulen

 

von Renate Will

Der ländliche Raum in Bayern sieht sich großen strukturellen Problemen ausgesetzt, die auch vor der Bildung nicht haltmachen. Die demographische Entwicklung führt besonders im ländlichen Raum zu einem spürbaren Rückgang der Schülerzahlen. Dies stellt auch die Bildungspolitik vor neue Herausforderungen.

Ein gutes Bildungsangebot bereitzustellen, ist vorrangiges Ziel der Politik. Der Leitgedanke der Chancengerechtigkeit von Anfang an verbietet eine Benachteiligung einzelner Regionen.

Die Übertrittsquote von der Grundschule an Gymnasien und Realschulen steigt in den Städten, während der ländliche Raum benachteiligt ist, da dort das Schulangebot nicht in ausreichendem Maße vorhanden ist. Deshalb stellt sich die Frage, wie allen Schülerinnen und Schülern wohnortnahe Abschlüsse ermöglicht werden können. So muss gewährleistet sein, dass auch im ländlichen Raum ein breites Angebot an Kindertagesstätten und Schulen besteht. Dies ist für junge Familien ein wesentlicher Faktor, damit sie vor Ort bleiben bzw. dort ihren Lebensmittelpunkt wählen.

Der gegenwärtige Zustand ist nicht mehr zeitgemäß. Er lässt sich auch mittelfristig nicht aufrecht erhalten, denn die verwaisten Hauptschulen können kein attraktives Angebot mehr vorhalten, was den Verlust wohnortnaher Bildung nach sich ziehen würde. Schon jetzt wird die Hauptschule in ihrer heutigen Form von Eltern und Schülern nicht mehr angenommen - viele Schülerinnen und Schüler drängen an die Realschulen und Gymnasien, die jetzt schon hoffnungslos überfüllt sind. Daher müssen wir die Begabungspotenziale unserer Schüler noch stärker fördern, die Durchlässigkeit der Schultypen erhöhen und in der Bildungspolitik neue Wege gehen.

 

Haupt- und Realschule
unter einem Dach

Das Kooperationsmodell zwischen Haupt- und Realschule kann vor allem Standorten im ländlichen Raum neue Perspektiven eröffnen - vorausgesetzt, sie befinden sich in räumlicher Nähe zueinander. Neue, zweizügige Realschulen können entstehen und an die Hauptschule angegliedert werden. Voraussetzung dafür ist, dass jeweils an Haupt- und Realschule ein Ganztagszug besteht, so dass Haupt- und Realschule auch unter einem Dach möglich sind.

 

Den vollständigen Artikel finden Sie im Heft 1/2010.