Bürgerschaftliche Verantwortung
und Verbundenheit mit liberalem Denken

 

von Norbert Beleke, Verleger

Kommunalpolitik, kommunale Konzepte und Strategien aus liberaler Sicht innovativ zu gestalten oder zu beeinflussen, das war und ist die Aufgabe der Zeitschrift "das rathaus", die nun ihr 60-jähriges Bestehen feiern kann. Der Titel ist für diese Anliegen das Nonplusultra, denn das Rathaus ist die Leitstelle von der kleinsten bis zur größten Kommune.

Diesem speziellen Anspruch musste sich die Redaktion mit ihren fachkundigen Autoren und Kommunalpolitikern stets stellen, denn die verschiedenartigen Leser aus eigenen Reihen der liberalen Partei, aber auch aus anderen Parteien und der breiten sowie der speziellen Kommunalarbeit verstanden dieses Medium wie ein Megafon mit der Stimme: "Hier spricht das Rathaus!". Deshalb konnte dieser Titel nicht nur eine Stimme der Partei sein, sondern musste sich obligatorisch als kommunales Fachorgan artikulieren.

Das war nicht immer leicht, zumal Kommunalpolitik sich nicht immer an der Sachlichkeit orientieren kann und die Sachlichkeit nicht immer an der Kommunalpolitik. Liberale können und wollen sich dadurch auszeichnen, dass sie diese Gegebenheiten synchronisieren.

Die Zeitschrift "das rathaus" zeichnete sich stets dadurch aus, nicht nur qualifizierte Informationen zu bieten, sondern auch Ideen zu liefern, die häufig auch von anderen Parteien und von den Kommunen realisiert wurden.

Für die Liberalen, für die Redaktion und nicht zuletzt für den Verlag, der schließlich jederzeit das finanzielle Risiko zu tragen hatte, lagen darin der Reiz und die Verantwortung, im Sinne des Bürgers, des Fortschritts und der Innovation zu denken.

Diese 60 Jahre haben sowohl unsere Bundesrepublik als auch unsere Parteien mit ihren Geschehnissen und Veränderungen durch Höhen und Tiefen geführt. Um Konstanz bei der Herausgabe einer solchen Zeitschrift zu wahren, bedurfte es in erster Linie der Zuneigung und Verbundenheit zu dieser Aufgabe, die nicht nur vom liberalen Herzen geprägt war, sondern auch von der Erkenntnis, dass ohne liberales Denken und Handeln eine Demokratie nicht lebensfähig ist.

Nachdem die Zeitschrift Anfang 1948 gegründet wurde, erschien sie zunächst im NWZ-Verlag des Inhabers Siegfried Zoglmann. Im Jahre 1971 wurde entschieden, dieses Organ ab Nr. 7/71 im dafür neu gegründeten Verlag "Das Rathaus Verlagsgesellschaft mbH Co. KG" herauszugeben. Hier wurde es weiter von der bisherigen Redaktionsleiterin Hilde Munske und dem Verantwortlichen für das Marketing Hans Vogelwedde betreut, die die Verlagsrechte mit einbrachten; dabei wurde der FDP das mehrheitliche Optionsrecht eingeräumt. Diese Entscheidung war gut, was durch die positive Entwicklung bewiesen wurde.

Nachdem Hans Vogelwedde 1974 und Frau Munske 1976 verstorben waren, kam nach einer kürzeren Übergangszeit der neue Chefredakteur Uwe Nabersberg, der die Geschicke dieses Blattes von 1977 bis Ende 2005 leitete und der Zeitschrift besondere Anerkennung verschaffte. Schließlich wurde ab Dezember 1983 an die inzwischen sehr aktive Bundesvereinigung Liberaler Kommunalpolitiker (VLK), mit jetzigem Sitz in Berlin, die Herausgeberschaft übertragen.

In Berlin hat auch der Nachfolger von Uwe Nabersberg, Herr Lorenz Becker, als verantwortlicher Redakteur seinen Sitz. Sowohl Inhalt und Gestaltung wurden unter seiner Leitung weiterentwickelt. Er trägt mit seiner fachlichen Qualifikation und seiner Begeisterung für diese Aufgabe wesentlich dazu bei, die Zukunft dieses Mediums zu erhalten, das nicht nur FDP-Kommunalpolitikern ein informativer Leitfaden ist, sondern auch von vielen anderen bedeutenden Persönlichkeiten in den Kommunen gelesen wird.