Gesetzlicher Schutz
für Whistleblower?

 

von Horst Engel / Nils Klagge, Justitiar / Daniel Möller, Diplomjurist

Die "Branche Korruption" in Deutschland wächst. Bestechen gehört weiterhin zum freien und erfolgreichen Wirtschaften, so eine Einschätzung von Ermittlern im Bereich Wirtschaftskriminalität in Frankfurt. Experten schätzen den Schaden durch Wirtschaftskriminalität allein für die deutsche Wirtschaft auf rund 100 Milliarden Euro pro Jahr.

 

I. Das Problem

Korruptionsfälle und andere rechtswidrige und sozialschädliche Verhaltensweisen werden neben den Beteiligten meistens nur den Menschen in der unmittelbaren Umgebung bekannt, mithin den im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmern. Es stellt sich dann die Frage, ob aufmerksame Mitarbeiter, die den Mut aufbringen, die Missstände aufzudecken, sich mit ihrem Wissen an Dritte bzw. die Öffentlichkeit wenden dürfen. Andernfalls ist eine Aufbrechung und Ahndung durch die zuständigen Behörden, die nur in den seltensten Fällen selbst Einblick in die Unternehmen haben, nahezu ausgeschlossen.

 

Zeugin im Zwiespalt: Wie soll sie sich verhalten? (Foto: LoB)

 

Allerdings wird sich jeder Mitarbeiter zuvor gut überlegen, ob er in diesem Sinne handelt. Denn für so genannte Whistleblower ist die Rechtslage in Deutschland derzeit noch unsicher. Whistleblower werden solche Arbeitnehmer genannt, die Mitarbeiter bzw. ihren Arbeitgeber wegen ungesetzlicher, unlauterer oder ethisch zweifelhafter Praktiken, die ihnen innerhalb ihres Betriebes oder ihrer Dienststelle bekannt geworden sind, intern oder extern "anschwärzen". Sie tun dies zumeist aus einem Gewissenskonflikt heraus und mit dem Ansinnen, Schaden für ihr Unternehmen und die Allgemeinheit abzuwenden. Oftmals stehen sie später als wichtige Zeugen zur Verfügung. Eigentlich müsste diese Zivilcourage belohnt werden, dürfte zumindest nicht zu empfindlichen Nachteilen für sie führen.

 

Den vollständigen Artikel finden Sie im Heft 2/2006.